Im höchsten Arvenwald Europas

Die Sonne in Lü

Wir starten in Lü auf eine längere Wanderung, denn wir ehen nicht bis S-charl und nehmen dann den Bus zurück, sondern gehen eine Rundtour. Schon früh am Morgen drückt die Sonne die Wärme in die Strassen von Lü, doch die vielen Brunnen bieten Kühlung. Begleitet von diversen Mountainbikern machen wir uns auf den Weg.

Der Einstieg ist zunächst sehr sanft und gemütlich und so werden die Muskeln gut warm, bis der erste etwas steilere Anstieg erfolgt. Der Himmel ist in sattes Blau gefärbt und kaum ein Wind vermag die Blätter der Bäume zu bewegen.

Die Sonne lacht in Lü
Unterwegs bei Alp Champatsch
Gemütliche Hütte fürs weekend

Am Pass da Costainas

Es ist karg hier oben, doch die Natur findet immer Wege für Leben. So stehen die Wiesen voll von Blumen und es wuselt nur so von Insekten. Das ergibt einen schönen Kontrast zu den Schuttbergen, die diese Hochebene umsäumen. Schnell vergisst Du dass die meisten dieser Berge an die 3000 Meter hoch sind.

Die Weite lässt die Augen unablässig wandern und es fällt schwer, sich sattzusehen. Schon jetzt ist uns klar, diese Wanderung ist mehr als lohnend.

Es blüht der Enzian so blau
Weite Blicke über karge Landschaften

God Tamangur - der Arvenwald

Wir erreichen den Arvenwald God Tamangur, der sich an den Berghang schmiegt. Es ist schon ein Wunder der Natur, dass er hier oben so umfassend steht und weiter wächst. Es handelt sich dabei um Europas höchsten Arvenwald und der Wanderweg führt gar mittendurch. So bestaunen wir alte und imposante Arven, geniessen die ätherischen Öle und sammeln kleine, abgestorbene Äste um daran zu riechen.

Überall schlängeln sich kleine Bäche durch die Landschaft und es wird uns klar, warum dieser Wald hier wachsen mag. Es hat Nahrung für ihn und das nicht zu knapp. Die Landschaft wirkt beinahe etwas surreal in dieser Höhe, wie aus dem Bilderbuch.

Der Arvenwald God Tamangur
Der Blick schweift bis Alp Astra
Dieses Wasser nährt den Arvenwald

Besonderer Tourenmoment

Zurück via Fuorcla Funtana da S-charl

Der Rückweg führt uns auf der dem Wald gegenüberliegenden Seite bis zur Alp Astra. Von hier sehen wir noch einmal auf die Arven und die Bäche auf der Hochebene. Dann geht es nochmals einige hundert Höhenmeter bis zur Fuorcla Funtana S-charl. Dem Auge öffnet sich nun der Blick bis zum Ofenpass und zum Piz Daint.

Kurz vor dem Abstieg nach Lü bietet sich uns die hiesige Gipfelprominenz zum Defilee auf. Piz Starlex und Piz Terza, sowie auch der Piz Murtera liegen in der Sommersonne mit Ihren herrlichen geologischen Formationen. Wahrlich eine gelungene, tagesfüllende Wanderung, die niemals schwierig ist, nur lang.

Auch Pferde brauchen Wasser
Piz Daint im Hintergrund
Die Gipfelprominenz Piz Starlex, Murtera und Terza