Vom Klausenpass auf den

Tagestour zum Saisonfinale

Die Sommersaison neigt sich dem Ende und der Herbst hält Einzug. Wir wollten noch eine End of Season Hochtour gehen, aber das Wetter schien sich gegen uns verschworen zu haben. Daher sparten wir uns eine lange Anreise ins Wallis oder Berner Oberland und entschieden uns für den Clariden als Tagestour.

Als wir auf dem Weg zum Klausenpass waren, schwand jede Hoffnung auf eine Tour. Dichter Nebel, Nieselregen und einfach nur fies. Aber wir wollten es wenigstens versuchen und so sind wir um 7:15 Uhr gestartet. Wir waren die einzigen weit und breit am Klausenpass.

Maximal eine Stunde wollten wir uns geben, zum das Wetter zu prüfen. Aber so lange brauchte es gar nicht. Nach nur knapp 45 Minuten erreichten wir das Ende das Hochnebels, überschritten diesen und die Aussicht wurde zur „Aussucht“. Genial ist es immer wieder im Herbst über das Nebelmeer steigen zu können.

Besonderer Tourenmoment

Ein Spiel aus Nebel, Licht, Schnee und Stein. Grandiose Symphonien der Natur wie diese locken mich stets in die Berge zurück.

Die Sonne lachte uns an und wir lachten mit. Niemand im Tal schien zu ahnen, wie schön es hier oben war. Denn noch immer waren wir alleine. Die Hütten hatten ohnehin schon geschlossen, somit war unsere Hoffnung nicht unbegründet, dass wir die komplette Tour für uns alleine haben würden.

Wir steigen rasch voran, getrieben von diesem guten Wetter. Bald schon sehen wir aber das Ergebnis der letzten Tage. Unser Tagesziel ist gut gezuckert mit Schnee. Normalerweise hat es hier sonst nur Fels, aber das macht uns keine Sorge. Ganz im Gegenteil, es verleiht der Tour etwas mehr Spass und garantiert klettern mit den Eisen.

Doch aktuell können wir uns kaum sattsehen am Farbenspiel der Bergwelt. Grün wechselt mit Weiss, dazwischen der leicht gräuliche Nebel. Eindrücke, die bleiben. Wir sind immer wieder ob der Schönheit der Berge sprachlos.

Langsam nimmt die Schneeauflage zu und bald schon ist es eine geschlossene Decke. Wir kommen dennoch gut voran, es ist fast alles leicht vereist. Und so erreichen wir alsbald das Iswändli. Dann und wann sinken wir bis zum Knöchel in den Schnee, aber das ist harmlos.

Am Iswändli, ganz vorschriftsmässig, seilen wir an und kloppen die Eisen an die Blotschen. (Auf deutsch: Ziehen die Steigeisen auf die Bergschuhe). Ab geht die Bergfahrt in leichtem Bogen bis zum Chammlijoch.

Bald schon erreichen wir den flachen Grat und nähern uns dem Aufstieg zum Vorgipfel. Hat der Wind auf dem Joch noch teils die Steine freigelegt, erwartet uns nun ein hübsch verschneiter Grat. Das ist noch recht praktisch, da wir so zügig vorwärts kommen.

Die Überschreitung des Vorgipfels ist nicht weiter schwer und bald schon stehen wir vor dem Aufstieg zum Hauptgipfel. Die Ketten sind gut eingeschneit und teils angeforen. Schnee liegt überall und teils hat es etwas Eis. Wir entscheiden die Eisen anzulassen, angeseilt zu bleiben und klettern dem Gipfel entgegen.

Besonderer Tourenmoment

Die Aussicht auf dem Gipfel des Clariden ist überwältigend.

Es geht gut von der Hand und wir haben keine Schwierigkeiten aufzusteigen. Einzig die sensationelle Aussicht bremst uns immer mal wieder aus, damit wir Fotos machen können.

Um 11 Uhr stehen wir auf dem Gipfel des Clariden und sind alleine. Niemand sonst ist aufgestiegen und wir haben die Spur selbst legen können. Das liebe ich so sehr. Nur die eigene Spur im Schnee und dann den Gipfel in Ruhe geniessen.

Die Aussicht ist phänomenal, auch wenn langsam aus dem Bündnerischen der Nebel hochdrückt. Wir blicken auf einen schneeweissen Hüfifirn, sehen die bereits geschlossene Planurahütte und ein Nebelmeer das bis zum Horizont reicht. Am Gipfelkreuz sind die Spuren der vergangenen Tage noch sichtbar. Schnee hängt windverzerrt daran.

Ein Blick ins Gipfelbuch verrät, dass die letzte Gruppe am 14.09.16 hier oben war, also kurz vor Beginn der Schlechtwetterperiode.

Nach einer ausgiebigen Pause, es war weder kalt noch windig, steigen wir über die Aufstiegsroute ab. Abermals werden wir mit wundervollen Aussichten belohnt. Der Abstieg selbst ist unproblematisch und geht schnell.

Aus dieser Perspektive geht der Schnee über in den Nebel und ein schier endloser Ozean entsteht. Von Eindrücken überflutet erreichen wir die Nebelgrenze und alles verschwimmt.

Nach ungefähr 6,5 Stunden stehen wir wieder in der Suppe am Klausenpass, glücklich und bergbeseelt. Der Tag endet mit einem Besuch im Gasthaus Urnerboden, wo wir neben guten Gesprächen uns mit Kaffee und Kuchen versorgen.

Besonderer Tourenmoment

Ohne Worte

Daten der Tour

Strecke 11 km | Höhenmeter 1400 | Höchster Punkt 3267 Höhenmeter | Schwierigkeit WS (SAC – Skala)

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