Der Angler fiel in den Gletschersee

Unterwegs am Malpraggsee

Der Malpraggsee im Taminatal hat eine sensationelle Farbe, wie sie nur frisches Wasser aus den Bergen hergibt. Dieses intensive Blau, dass im Sonnenlicht funkelt, lockt viele Gäste an. Da spielt es keine Rolle, dass wir eigentlich an einem Stausee unterwegs sind und überall Leitungen durch die Luft surren. Dieser See sagt mit jedem Tropfen: Spring hinein, ich kühle Dich.

Wir sehen neben den Wanderern vor allem auch etliche Fischer am See. Zumeist ist das Ufer steil und die schnellen Wasserstandsänderungen durch den Stauwerkbetrieb bieten hervorragende Herausforderungen an die Angler, abgesehen vom Fischen selbst. 

Am Malpraggsee ist bestes Angelwasser

Als der Angler übermütig wurde

Während wir wandern, beobachten wir die Fischer genauer. Ob sie wohl alle ein Patent haben? Und auch gute Kraxelkünste? Bei manchem sind wir uns unsicher und wir sollten recht behalten. Doch zunächst laufen wir weiter entlang des Sees.

Dann geht es schnell und wir hören nur ein lautes Platschen im Wasser, gefolgt von wildem Fluchen. Der Angler ist übermütig geworden und in den See gefallen. Das wird ihm gut den Grind gekühlt haben, denken wir bei uns und lachen. Begossen wie ein Pudel steigt der Angler aus den Fluten und schüttelt sich das Wasser vom Körper. Es mag ihm nicht ganz gelingen und so legt er sich zum trocknen in die Sonne. Die Fische freut’s, für heute ist Ruhe im See.

Da dachte ich bei mir, das ist eine feine Idee für mein erstes Bier. Und so erzählt dieses Bier die Geschichte vom übermütigen Angler, der sich eine Kühlung abgeholt hat. Ein frisches, ein fruchtiges Bier, ein wenig frech geraten vermittelt es das Gefühl, an einem heissen Sommertag, eine kühle Schauer im Gaumen zu spüren.

Der Sud des Bieres

Dies ist mein erstes Bier, dass ich selbst braue. Ein Abenteuer, denn die Handgriffe sitzen noch nicht richtig. Zwar gelingt die Maische schon ganz gut, doch Jodnormal mag sich nicht einstellen. Oder ist es schon Jodnormal und einfach die Farbe des Jod, die mich irritiert? Was tun? Einfach länger die letzte Rast fahren? Na ja, was solls, geben wir dem Malz noch ein paar Minuten.

Beim Kochen der Würze hätte es schon geholfen, die Anleitung vom Grainfather zu studieren. Dann hätte ich den Deckel nicht aufgesetzt und es wäre nicht alles übergekocht. Was für eine klebrige Sauerei. Das gibt eine extra Schicht beim Putzen später.

Von Vorteil zeigt sich nun meine Idee, den Grainfather auf ein Rollbrett zu stellen. So kann ich ihn von der Balkontüre zur Küche schieben und dort die Würze kühlen und in den Gärtank füllen. Und zack, der nächste Fehler. Gleich mal meine zwei übergrossen Tee-Eier-Siebe reingeworfen…Kalthopfung währen der Hauptgärung statt danach…na ja, schauen wir mal hab ich mir so gedacht.

Beim Maischen während der Kombirast
Zeit für das Abfüllen in den Gärtank
Die guten Zutaten für das IPA

Das Bier "Der Angler fiel in den Gletschersee"

India Pale Ale

Ein Session IPA mit leichterem Alkoholgehalt von ca. 4,4%, obergärig und kaltgehopft. Bittere von ca. 35 IBU und eine Farbe bei ca. 12 EBC

Mälzung

Klassiches Pale Ale Malz verfeinert mit einer guten Prise Carahell zur Verstärkung des Malzaromas und des Schaums

Hopfung

Magnum für eine stabile Grundbittere, Amarillo für den blumigen Klang und Citra für das Gefühl einer fruchtigen Tropennacht am Gaumen

Bergbursche Bräu - Der Angler fiel in den Gletschersee