alpin

Zürichs nächstgelegener 2000er

Fluebrig.  Im Prinzip handelt es sich um drei Gipfel. Diethelm, Turner und Wändlispitz. Ganz in der Nähe ist auch noch das Wyss Rössli. Und so ergibt sich eine Gipfel – Quartett vom Feinsten. Denn ist der Turner mit T3 bewertet, der Diethelm mit T4, so krachen die beiden übrigen mit schönen T6 in die Wertung hinein.

Ich entschied mich für einen Aufstieg vom Ochsenboden via altem Schäferweg. Dieser führt auf den Wändlispitz und ist ein SAC Skala T6, UIAA I. Meiner Meinung nach zu Recht.

Besonderer Tourenmoment

Da ist sie wieder, versteckt zwischen Tannen. Pure Alpenromantik mit Hütte.

Bis zum Einstieg in den Schäferweg zieht es zum Teil recht prächtig steil an. Das gibt den Waden gleich die richtige Einstimmung für die kommende Passage. 

Wer die alte Eisenleiter gefunden hat, kann mit dem Schäferweg beginnen. Dieser zieht durch steile Grasschrofen – und zu Beginn über Fels – Richtung Wändliflue.

Der restliche Weg zum Gipfel ist teils steil, aber unschwierig. Einfach folge ich dem Pfad Richtung Gipfel und Sonne. Es ist noch recht schattig und mir fröstelt es leicht. Ich freue mich, endlich Sonne zu bekommen. Diese begrüsst mich dann auf dem Wändlispitz.

Doch vorher gilt es den Grat vom Wändlispitz abzusteigen. Gleich ob man von oben oder unten schaut…es sieht unmöglich aus. Doch das ist es mitnichten. Eine gute Wegspur hilft, meist in Nordflanke ausweichend, abzusteigen. Es bleibt eine T6 und ab und an kraxeln im zweiten Grat. Aber es ist weit einfacher als ich gedacht habe. Allzu viel Luft habe ich nicht unterm Hintern, daher hält sich die Ausgesetztheit in Grenzen. Dennoch – Der Grat ist scharf und nicht für jedermann gedacht!

Zum Diethelm ist es nun nicht mehr weit. Das letzte Stück führt mit Seilsicherung auf den Gipfel. Es ist für mich angenehm zu gehen, nicht schwer und nicht ausgesetzt. Ich habe zudem noch das Glück, den Gipfel für mich alleine zu haben. Eher selten an solchen Tagen.

Besonderer Tourenmoment

Das Mögliche im Unmöglichen zu finden macht den Reiz des Alpinwanderns aus. Wie hier am Wändlispitz den Grat entlang.

Vom Diethelm geschwind abgestiegen gehe ich gleich rüber zum Turner. Das ist einfach den Grat entlang über breite Wegspuren. Der Gipfel lohnt nicht wirklich, ausser für die Sammlung. Aber wenn ich schon hier bin, nehme ich diesen natürlich mit. Die Aussicht ist ganz nett, aber kein Highlight. Doch für den wenige Minuten dauernden Abstecher…okay.

Auf den nächsten Gipfel freue ich mich besonders, das Wyss Rössli. Hier nimmt die Zahl der Besucher schon merklich ab. Immerhin geht es einen steilen Schrofenhang hinauf…und in der Mitte wartet eine kurze, aber kräftige Kletterstelle im zweiten Grat. Vielleicht geht es auch noch einfacher, denn ich bin mir nicht sicher, ob ich über das richtige Band aufgestiegen bin. Aber es ging gut und ich hatte Spass.

Jetzt folgt der Abstieg und Rückweg zum Ochsenboden. Hier erwartet mich nun vor allem Höhenmeter-Runtergeherei. Ich folge dem Wanderweg bis zum Fläschlipass und von dort dann bis zum Ochsenboden zu gehen. Die Tour endet in bestem Wetter bei einem nun sehr gut gefüllten Golfplatz.

Das ist eine ganz und gar prächtige Tour, direkt vor der Türe Zürichs. Da braucht es nicht zwingend das Wallis oder Büdnerland, um richtig Spass zu haben.

Besonderer Tourenmoment

Alte Fundstücke am Wegesrand wecken immer meine Neugier. Wie dieser Saurer, der seine besten Tage hinter sich hat. Leider.

Daten der Tour

Strecke 14 km | Höhenmeter 1500 | Höchster Punkt 2098 Höhenmeter | Schwierigkeit T6 (SAC – Skala), UIAA II

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