Margelchopf mit marginalem Schnnee

Wo ist der Schnee geblieben?

Dieses Jahr meint es das Wetter gar nicht gut hinsichtlich Schneemenge und Kälte. Doch ich möchte gerne Schneeschuhtouren laufen, denn wenn nicht jetzt im Winter, wann dann?

Daher suche ich mir eine Tour über 2000 Meter und da fällt mir direkt der Margelchopf ein. Hier war ich irgendwann einmal in einem Sommer und es sah schon sehr danach aus, als könnte ich hier auch im Winter Spass haben. Und Schnee, aber natürlich, der wird schon da sein. Ich fahre zum Berghaus Malbun oberhalb von Buchs, denn der Bus fährt nur am weekend. Kaum angekommen staune ich über den Schnee, also den, der nicht da ist. Okay, er war da, aber eher spärlich.

So beginnt die Tour über dem Nebelmeer bei aufgehender Sonne und kratze mit den Schneeschuhen über die karge, eisige Schneeauflage. Mit mir starten diverse Skitourengruppen. Ich mag das nicht, das erzeugt immer Druck und Stress, besonder bei engen Routen wo alle im Gänsemarsch unterwegs sind.

Sonnenaufgang, die Tour beginnt
Über dem Nebelmeer des Rheintals
Mein Tagesziel, der Margelchopf auf 2164 Metern

Da brennen die Schenkel

Ich sinke kaum ein, da es nichts zum einsinken gibt. Alles ist fest, entweder durch den Wind oder die vielen Tourengänger, die schon hier waren. Denn Neuschnee ist komplette Mangelware diesen Winter. Ab und an finde ich schönen unbenutzten Schnee im Wald, doch das sind nur kurze Etappen.

In meinem Nacken sitzt eine österreichische Gruppe von Tourengängern. Sie folgen mit knappen Abstand und lassen sich ebenfalls in die unberührten Bereiche führen. So ziehen wir gemeinsam einsam bis zur Alp Obersäss. Hier wird es richtig eng, der verfügbare Schnee verteilt sich auf eine Spur von ca. 50-70 cm. Ansonsten blanker Boden. Dummerweise bin ich mit meinen Schneepatschen vorneweg. Hinter mir mittlerweile eine zweite Gruppe schneller Toutengänger.

Meine Pumpe rast, die Schenkel brennen. Ich gebe Fersengeld und versuche kein Hindernis zu sein. Schritt um Schrittr kämpfe ich mich am Hanenspil vorbei bis zu den Seen. Endlich mehr Platz, kurze Pause, Luft. Da spurten schon die beiden Burschen der zweiten Gruppe an mir vorbei.

Endlich Schnee ab 2000 Meter, hier bi de seen
Die Suppe steht noch im Rheintal, der Nebel ist zäh
Die Schneeschuhe stecken noch im "Depot" nach dem Aufstieg zum Gipfel

Auf dem Margelchopf

Am Isisizgrat trennen sich die meisten Tourengänger und ich. Die Skifahrer ziehen zu anderen Zielen der Umgebung, einzig ich wandere Richtung Margelchopf hoch. Auch hier dann Südexposition kaum Schnee, dafür warm dank Sonne. Ich komme am Fuss des Schlussaufstiegs an und es ist klar, hier geht es nur ohne Schneeschuhe weiter.

Ich deponiere die Schuhe im Schnee und bewältige die letzten 50 Höhenmeter am Margelchopf mit den Bergstiefeln. Nicht ganz trivial durch den Schnee der vereinzelt liegt. Augen auf beim Tritt, sonst rutscht es allenfalls etwas zu tief nach unten. 

Die Aussicht auf dem Gipfel belohnt mich reichlich. Ich setze mich hin, hole den Marschtee raus und geniesse die Ruhe.

Blick Richtung Gamsberg, Sichli und Konsorten
Der Grat zum Glannachopf, im Hintergrund die Fulfirsten und die Alvierkette

Im Abstieg endlich Schnee

Nach ausgiebiger Gipfelrast beginnt mein Abstieg. Da ich Rundtouren liebe, entscheide ich mich zunächst Richtung Glannchopf zu ziehen um dann via Marchenböden und Hasenwald abzusteigen. Das ermöglicht noch eindrückliche Blicke zum Alvier und den beiden Fulfirsten. Und siehe da, hier hat es auf einem Male Schnee satt. Teils sinke ich fast bis zum Knie ein.

Darauf habe ich gewartet. Trotz der vielen Abfahrtsspuren gibt es genug freien Raum, um mit den Schneeschuhen in den Gleitflug überzugehen und grosse Strecken zu rutschen. Heia, da kommt eine Freude auf! Und so verliere ich sehr schnell Höhenmeter.

Doch vor dem Abstieg nehme ich noch schnell den Punkt 2017 mit, da es von hier noch einmal eine Prachtsaussicht hat. Und der kleine Abstecher macht nicht wirklich weh. Die paar Höhenmeter schmerzen kaum mehr in den Beinen als der noch lange Abstieg.

Rückblick zum Margelchopf
Blick zum Chli und Gross Fulfirst, rechts der Glannachopf
Blick Richtung Alvierkette, hier hat es Schnee