Packen! Das ist ja wie

Die Luft ist raus

Tja, wie packt man nun für 7 Wochen Ferien. Klar ist, dass wir reduzieren müssen. Alles was wir möchten passt niemals. Zwar haben wir 30kg Freigepäck, aber unsere Reisetaschen fassen nur ca. 120 Liter. Und das Handgepäck ist schon reserviert für Technik und den ganzen Diabetes-Kram meiner Freundin. Doch das ist eine separate Geschichte.

Da wir auch Mehrtageswanderungen (teils alpin) machen wollen, brauchen wir entsprechende Ausrüstung. Neben den obligatorischen Klamotten nach Zwiebelprinzip eben auch gutes Schuhwerk, ein Zelt, Iso-Matte, Schlafsack, Trekking-Rucksack usw. Eine schier endlose Liste an wichtigem und unwichtigem Kram.

Dann noch die normalen Sachen, ein paar gemütliche Klamotten und die ganzen Toiletries. Der Berg türmt sich auf wie der Mt. Everest des Reisegepäcks und die Reisetasche verspuckt nun keine grossen Töne mehr über ihr Fassungsvolumen.

Wie bekommen wir das nun sinnvoll gepackt?

Beim Packen

So hat es zu Beginn bei mir ausgesehen. Und das ist nicht mal mehr alles, was ich einpacken wollte. Am Schluss hat auch noch die Fahne gepasst.

Ganz klar, Tetris. Doch das kannst Du nun spielen, wenn Du entsprechende Blöcke hast. Doch die meisten Gegenstände sind eher unförmig und wenig zusammenpassend.

Zum Glück gibt es die Kompressionstaschen aus dem Wassersport. Nichtswiegende, luftdichte Beutel, die man perfekt mit Kleidung aller Art vollstopfen kann. Und dann die Luft rausdrückt. Das schafft Platz und Bügelfalten. Aber wen jucken schon Falten im T-Shirt, das man eh bald vollschwitzen wird. Also komprimieren wir wie die Wilden.

Und siehe da, es wird langsam. Na klar, ohne aussortieren geht es nicht. So manches Überflüssige bleibt im Schrank. Und günstige Dinge wie Batterien und ähnliches können wir auch direkt vor Ort kaufen. Wir fliegen ja nach Neuseeland und nicht ins Niemandsland.

Lediglich ein paar Besonderheiten wollten beachtet sein. Die Schuhe beispielsweise legst Du ideal gleich zuoberst in den Koffer, damit Du sie direkt in Neuseeland vorzeigen kannst. Denn Dreck oder Gras an den Schuhen sind gar nicht gern gesehen. Gilt auch fürs Zelt, Rucksack und die Stöcke. Blos keine fremden Spezies einschleppen.

Packen ist Meditation

Fremde Flora unerwünscht

Neuseeland versucht seine einmalige Flora und Fauna so gut wie möglich zu bewahren. Zu viele Spezies aus aller Welt haben dem Inselkontinent schon zugesetzt.

So wird besonders auch bei der Einreise darauf geachtet, das Ausrüstung und Kleidung sauber sind. Daher ist es auch sinnvoll, die Schuhe oben in die Tasche zu packen. So muss man nicht die komplette Taschen leeren, um diese vorzuzeigen.

Wir haben uns einen Wolf geschrubbt und schweizerischen Bergschuhe, Stöcke und Rucksäcke wieder frei von Erde, Steinen und Dreck zu bekommen. Denn eines ist klar, es läuft sich nur gut in eingelaufenen Schuhen.

Nützliches & Überflüssiges

Selbst erfahrene Globetrotter sind nicht davon gefeit. Das Nützliche vom Überflüssigen zu unterscheiden. Jeder neigt dazu seinen kompletten Hausrat einzupacken...und dann noch fix shoppen zu gehen nach mehr. Denn irgendetwas fehlt immer und allerlei kann man noch brauchen.

Auch wenn wir alles vor Ort nachkaufen könnten. Wir packen es zunächst ein. Und was wir nicht alles für Aktivitäten einplanen, und die Ausrüstung dazu. Hier hilft nur absichtlicher Verzicht. Das ist nicht allzu schwer.

Ich stelle mir immer vor, ich muss von dem Gepäck ein Jahr lang leben. Was kann ich wirklich gebrauchen, was nicht? Was kann ich immer wieder verwenden, was nicht? Und was trage ich wirklich gerne.

Die blöde Gewohnheit

Gepaart mit dem Drang alles einzupacken neigen wir dazu - aus Gewohnheit - Gebrauchsgegenstände des Alltags einzupacken. Diese sind oft sehr günstig, überall erhältlich und in Summe richtig sperrig.

Taschentücher, Batterien, Seife, Stifte, Papier oder sogar feuchtes Klopapier. Um nur ein paar der Dinge zu nennen. Jeder kennt diese Sachen und nur wirklich wenige sind einem über die Jahre ans Herz gewachsen (z.B. ein Stift der schon überall mit auf Reisen war).

Verzicht hier wirkt Wunder beim packen. Raus mit dem Klopapier, den drei Dosen Rasierschaum und den fünf Reservepackungen Batterien. Stattdessen ein kleiner Zettel mit den Sachen, die wir vor Ort besorgen.

Es sind mehrere Testläufe notwendig, bis das Gepäck gepackt ist. Dabei ist es besser wenn jeder von uns vor sich hinwerkelt. Ansonsten könnte schon mal ein Fauchen das Resultat guter Tipps sein.

So viel ist es gar nicht vom Gewicht. Das überrascht uns. Wir haben beide nicht ansatzweise die Freigrenze erreicht und liegen jeweils unter 25kg. Das ist, wie ich finde, immer ein gutes Zeichen. Reise leicht, dann hast Du weniger Sorge.

Stolz wie Oskar

Wir haben alles in unsere Reisetaschen gebracht. Kein Hauch Luft zu viel und kein Platz mehr für egal was noch. Aber es passt.

Teure Elektronik haben wir uns auch verkniffen.  Ein altes Notebook ist dabei, denn vielleicht muss ich dann doch mal auf ein paar Mails reagieren….jetzt mit der eigenen Firma. Mist, jetzt habe ich mich doch bei diesem Gedanken erwischt. Böser Bergbursche!

Etwas Gutes hat es aber dann auch. Ich kann bei schlechtem Wetter schon ein wenig bloggen und Bilder bereitstellen. Na klar, ich weiss es ist der drölftausendundneuzigste Neuseeland Blog und viel neues kann ich kaum liefern. Dennoch, es ist Teil meines Lebens.

Und ein wenig Besonderes haben wir ja dann doch. Die erste lange, gemeinsame Reise. Eher unbekannte Tracks. Eine noch recht frische (seit November 2015) Typ 1 Diabetes. Und vor allem unendlich viel Motivation auf unseren neuen Lebensabschnitt.

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