Rundtour am

Kraxelspass inkludiert

Heia Safari, einen Tag frei mitten in der Woche und bestes Wetter in den Bergen. Klar, es sind Ferien und es wird überall voll sein, wenn ich mich für eine beliebte Route entscheide. Doch meine Pendenzenliste fordert schon seit längerem die Rundtour am Piz Badus. Also auf zum Oberalppass. Als ich dort gegen 8 Uhr aufschlage ist bereits strahlender Sonnenschein und reger Betrieb auf der Strasse. Man hört wie die Töff-Fahrer ihren Spass haben. Nichts wie weg und ab in die Berge.

Der Weg hinauf zum Pazolastock ist reich begangen und schnell ziehe ich an einigen Wanderern vorbei. Oben angekommen geniesse ich die ersten Fernsichten. Diese sind heute bombastisch. Dennoch zieht es mich fix weiter, denn das erste „richtige“ Ziel ist für mich der Rossbodenstock. Auf dem Weg dorthin nehme ich noch den Piz Nurschalas mit.

Besonderer Tourenmoment

Wieder so ein Alpenromantik-Moment. Gipfelkreuz, schneebedeckte Berge und Andermatt im Tal

Der Weg fliegt behende dahin, unschwer zu gehen und auch nicht ausgesetzt. So fliegen die Wanderkilometer nur dahin. Meine Augen können sich kaum satt sehen. Bald schon erreiche ich die Martschalllücke und ziehe weiter Richtung Rossbodenstock.

Auf den Rossbodenstock gelangt man unschwer und folgt einfach den Wegspuren. Das Gelände wird aber blockiger, dennoch bleibt es einfach wanderbar. Von hier oben hat man feine Fernsicht in die Bündner Berge, Urner Berge und nach Andermatt.

Der Parlet macht Freude. Es ist gutes, nahezu stabiles Blockgelände. Hier kann ich meiner Kraxelleidenschaft nachgehen. Der Aufstieg geht schnell von der Hand. Hier hält man sich mit Vorteil links des Grates und kann meist Wegspuren folgen. Ein herrlicher Spass. Im Abstieg findet sich ein Kamin, den ich hinunterkraxle. Auch das ist nicht weiter dramatisch.

Jetzt geht es wieder fix voran. Den Piz Tuma nehme ich einfach so mit und schon geht es in den Schlussanstieg zum Piz Badus. Bisher bin ich, ausser direkt zu Beginn, keiner Menschenseele begegnet. Heinrich Harrer soll einst gesagt haben „Wenn ich die Zivilisation hinter mit lasse, fühle ich mich sicher.“ Recht hat er, mir geht es gleich. Keine Fragen, eine Zweifel, nur ich.

Während ich noch darüber nachdenke, erreiche ich den Gipfel. Diesen teile ich mit einer illustren Gruppe Wanderer, die sich gut verpflegen. Dagen wirke ich mit meinen Energy-Gels und Riegeln irgendwie erbärmlich. Aber was solls, dafür gibt es nachher eine feine Pizza daheim.

Besonderer Tourenmoment

Wenn das Wetter mitspielt erlebt man eine Fernsicht in den Bergen, die sonst nicht zu finden ist

Die Fernsicht haut mich fast aus den Bergschuhen, so schön ist es hier.

Der Abschied vom Gipfel fällt mir schwer, bin ich hier doch schwerelos. Anatoli Bukrejew hat einmal gesagt „Erst wenn ich wieder absteige, spüre ich das Gewicht der Welt auf mir.“ Und das ist einer der Gründe, die mir bei Abstiegen auch bewusst werden. „Meine“ Welt kehrt zurück und so auch all die Sorgen und Nöte. Nur das diese ein wenig leichter zu sein scheinen.

Bald schon bin ich im Touristeneinzugsgebiet Lai da Tuma. Und was tummeln sich dort Menschen. Ich sprinte förmlich zurück zum Oberalppass, um diesem Gewusel zu entgehen. Nur um zu bemerken das am Pass auch ein riesiger Andrang herrscht. Dennoch fahre ich glücklich heim.

An Tagen wie diesen…mehr Bergglück ist kaum möglich. Schöne, steile Steige und prächtige Kraxeleinlagen. Da stören auch die übrigen Wanderer kaum.

Besonderer Tourenmoment

Bergseen üben eine absolute Phantasie der Farben auf mich aus

Daten der Tour

Strecke 13 km | Höhenmeter 1300 | Höchster Punkt 2928 Höhenmeter | Schwierigkeit T4 (SAC – Skala), UIAA I

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