17 Gipfel der

Ich führe etwas im Schilt 🙂

Diese Tour beginnt bequem, mit einer Fahrt in der Äugstenbahn. Ich hatte am Vortag reserviert, aber es war gar nicht nötig. Gleich in der ersten Fahrt um 7 Uhr bin ich mit dabei. Ein Gleitschirmflieger, mit dem ich sogleich fachsimple, und noch ein älteres Paar sind meine Gesellschaft. 

Die Tour hat dafür prächtig was zu bieten. Viele Kilometer, viele Höhenmeter und satte 17 offizielle Gipfel. Allerdings hätte ich nicht erwartet, dass es am Ende so viel mehr Strecke ist, als die Wanderkarte in der Planung verriet. Statt 22km sind es 30 geworden, statt 1700 hm intensive 2200 hm.

Doch zu Beginn bin ich sehr guter Dinge, ich habe meine Ausrüstung leicht gehalten, jedoch drücken die 6 Liter Wasser sehr auf die Schultern und das Becken. Aber es soll bis 32 Grad heiss werden und weit und breit wird keine Wasserquelle sein.

Besonderer Tourenmoment

Ich mag Kühe!

Zügig steige ich die ersten Höhenmeter und ziehe über einen alten Wanderweg zum ersten Gipfel, der Holzflue. Eher selten besucht und mehr was für Gipfelsammler. Aber mit wenig Aufwand mitnehmbar und daher einen Besuch wert.

Zwar ist ein ein kleiner Umweg , aber der kostet mich nur wenig Zeit und schafft zudem Distanz zum Hauptwanderweg. Dort sind schon etliche Leute unterwegs Richtung Schilt. Heute wird es dort sicher voll, daher gebe ich Fersengeld und spute mich.

Unterwegs gelingt es mir doch tatsächlich sämtliche Wanderer einzuholen, bis Rotärd zu überholen und dann als Tageserster auf Schilt und Triestli zu stehen. Der Anstieg ist teils steil, aber immer einfach. Ab Rotärd ist es lässiges spazierengehen.

Moment, nicht dass es mir wichtig ist der erste auf dem Gipfel zu sein. Doch hilft es, wenn man in Ruhe Fotos machen mag. Und so geniesse ich für ca. 15 Minuten meine morgendliche Einsamkeit, bevor ich Richtung Siwellen weiterziehe. Auch dieser Gipfel ist unschwierig, einfach den Grat entlang hoch. Das ist mal schöner Fels ohne Kraxelei, mal steiles Gras. Abstieg nach Südosten, hier braucht es minim Gespür für die richtige Route, sondern wird aus wandern ein klettern.

Und schon habe ich Gipfel zwei (Schilt), drei (Triestli) und vier (Siwellen) erreicht.

Nun geht es zurück nach Rotärd, um den kleinen Schlenker zum Chüetalstöckli zu machen. Dieser Gipfel ist wahrlich komplett unbedeutend und unwichtig…aber dennoch ein Gipfel. Die Schwierigkeit steuert man selbst, je nach Routenwahl durch Wieser oder Gestein. Rückweg auf gleicher Strecke, wiederum nach Rotärd.

Besonderer Tourenmoment

Farbenspiele der Natur sind unübertroffen. Und immer ist alles in Harmonie.

Hier folgt nun die lange Gratwanderung zu den nächsten Gipfeln. Es ist leicht dem Wanderweg zu folgen, unschwierig ist es ebenso. Dafür werde ich mit vielen sensationellen Ausblicken belohnt. Mittlerweile brennt auch die Sonne, sodass ich immer häufiger zum Trinkschlauch greife.

Der Wisschöpf ist schnell erreicht und nun folge ich der Wisschamm zum Schwarzstöckli. Dies ist ein imposanter und schöner Gipfel, ragt er doch präsent heraus. Und wieder sind zwei Gipfel im Sack.

Auch zum Schwarzstöckli ist es unschwer, dafür ist die Aussicht der Wahnsinn. Insbesondere der Blick zu den Churfirsten, vorbei am Mürtschenstock, fasziniert mich. 7 Gipfel von 17 sind nun erledigt.

Weiter Richtung Gufelstock. Unterwegs zweige ich jedoch noch geschwind zur Heustockfurggel ab, denn so kann ich noch den Hächlenstock einsammeln. Von dort steige ich in direkter Linie zum Heustock. Nun geht es vorbei am Chli Höch und Höch zum Gufelstock, Nummer zwölf auf der Liste. 

Die nächsten drei Gipfel sind kaum der Erwähnung wert. Es sind wirklich Skitourenziele. Hüenderchöpf, Plattenstock und Fessisstock sind zwar amüsant zu besuchen, aber keine wirklichen Ziele. Man stapft weglos durchs Gemüse und ich denke…warum mache ich das eigentlich? Ah ja, Gipfel 13 bis 15.

Aber die Tour endet mit einem feinen Gipfel, dem Schafleger. Und mit einem schönen Erlebnis. An der Alp Oberfessis bitte ich um einen Liter Wasser. Meine 6 Liter waren einfach nicht genug. Die Sonne hat jeden Tropfen aus meinem Körper gebrannt. Und der dortige Bauer gibt mir frisches, kaltes Quellwasser aus dem Berg. Welche eine Wohltat. Im Hintergrund höre ich, wie das Radio vom eidgenössischen in Estavayer berichtet.

Besonderer Tourenmoment

Da rücken schon hohe Wolken an. Sind es noch reine Cumulus? Oder wandeln sie sich schon zu den gefürchteten Cumulonimben?

Nun geht es zu den letzten beiden Zielen der Tour. Das Kriesegg nehme ich im vorbeigehen mit, als ich den Grat entlang zum Gipfel des Schaflegers gehe. Dies ist ebenfalls wenig schwierig, nur gelegentlich leicht ausgesetzt. Der Abstieg bei der Überschreitung wirkt trickreich, ist aber dann doch leicht zu bewältigen.

Jetzt bleibt nur noch den Abstieg zurück zur Bergstation der Äugstenbahn. Unterwegs beobachte ich, wie Heu gemacht wird. Herrje ist das hier steil und doch wird Gerät zum Einsatz gebracht. Während des Abstiegs auf dem Wanderweg trotte ich hinter einem Heutransport her. Der stinkt zwar am Auspuff ganz gewaltig, aber der monoton tackernde Motor gibt mir eine lässige Schrittzahl vor.

Kurze Zeit später erreiche ich die Bergstation und bin 3 Minuten vor der nächsten Talfahrt in der Gondel. Während der Fahrt habe ich abermals ein wunderbares Gespräch mit einem Pärchen über meine Tour und die Schweiz, Gott und die Welt. Wie sehr habe ich mich heute abermals heimisch gefühlt. Danke, Schweiz, danke für alles!

Keine Ahnung was mich diesen Sommer antreibt. Aber auf der Karte sah es sehr verlockend aus. Und so war auch die Tour, einfach schön. Doch sehr anstrengend.

Besonderer Tourenmoment

Die Ferne der Sorgen im Tal. Das ist Treibstoff für meinen Motor immer weiter zBerg zu gehen.

Daten der Tour

Strecke 30 km | Höhenmeter 2200 | Höchster Punkt 2435 Höhenmeter | Schwierigkeit T4 (SAC – Skala)

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